Die Geschichte der Familie Marotte (de Montigny): (Stand: 06.02.2004)
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ie ersten Erwähnungen des Familiennamens "Marotte" gehen auf Briefe von Kaiser Karl (Charles) VI zurück. Dort wird ein Ritter Jean de Marotte erwähnt der 1231 gelebt haben soll.

Ein weiterer Jean de Marotte, ebenfalls Ritter, wird 1382 mit seiner Frau Isabeau de Namur, Tochter von Robert de Namur (Herr von Beaufort) erwähnt.

Schließlich wird ein dritter Jean de Marotte genannt, der in der Armee von Philipp (der Gute), Herzog von Burgund (franz. Beaufort) (1396-1467), gedient hat.

Am 12. Juli 1411 wird ein Jehennin Marotte, Sohn eines Colart Marotte erwähnt, der durch Erbschaft Herr über Rosée und Juzaine wurde.

Die lückenlose Abstammung beginnt ab ca. 1450 mit Colard (oder Nicolas) Marotte und seinen Söhnen Jean Marotte (gest. 1514) und Nicolas Marotte, Herr von Arbre (gest. 1548).

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er Ursprung des Namens Marotte de Montigny geht auf den Enkel von Nicolas Marotte, Jean de Marotte (de Montigny), zurück.

In einem am 02. August 1630 verfassten Brief von König Philippe IV. von Spanien wurde Jean de Marotte geadelt und die Erlaubnis erteilt das "de Montigny" (sein Wohnort und Schloß in Hanret , Belgien) an seinen Namen anzuhängen, um sich von den anderen "de Marotte" Familien zu unterscheiden. Jean Marotte de Montigny starb kurz danach im Jahre 1630.

Seine Nachkommen spalteten sich in zwei Linien:

Sein Sohn Adrian Wilhelm (Guillaume) Marotte de Montigny (1638-1688) ist der Ursprung der bayerischen Linie und sein Sohn Francois Philippe Marotte de Montigny (Herr von Ostin) (???-1704) der Ursprung der belgischen Linie.

Der Enkel von Adrian Wilhelm (Guillaume) Marotte de Montigny (1638-1688), Johann Franz Adrian Marotte de Montigny (1704-1780), wurde 1730 erster Lehensherr von Utweiler und war Oberst der Infanterie (Führer der Leibwache) und Kammerherr des Kurfürsten Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (1775–1795) auf seinem Schloß Carlsberg in Homburg. Er war Ritter des St. Ludwigs-Ordens und ab 1769 auch Hauptmann im Regiment Anhalt. Johann Franz Adrian Marotte de Montigny (1704-1780) erwarb das Utweiler Gut vom Leibgardisten des Herzogs von Lothringen Mathias de Berton um 1730. Der Familie wurde 1746 in der Kurpfalz der Adelstitel "Baron" anerkannt. Am 25.06.1753 erfolgte die kaiserliche Erneuerung des Barontitels auf Grund eines Diploms vom 12.02.1753 und am 13.01.1763 die lothringer Adelsanerkennung durch Herzog Stanislaus (König von Polen) mit dem Titel "gentilhomme". Durch seine zwei Ehen wurde Baron Johann Franz Adrian Marotte de Montigny (1704-1780) auch Herr von Eschweiler und Rolbingen. Er war begütert in Utweiler, Gersheim, Ixheim, Hengstbach, Wattweiler und Auerbach.

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us seiner ersten Ehe mit Freiin Sophie Maria Henriette de Geismar (genannt von Moosfeld von Lindenfels) stammt sein Sohn und zweiter Lehensherr von Utweiler Baron Karl Philipp Fortunat Leopold Marotte de Montigny (1744-1806) (Die zweite Ehefrau, Wilhelmine von Zoller, wurde am 20.8.1794 in Metz enthauptet). Er war Edelmann am Hofe des Markgrafen von Baden Baden und Leutnant im Kürassier-Regiment Hohenzollern. Ab 1771 Kapitain im Regiment Anhalt und ab 1790 königlich französischer Hauptmann und Ritter des St. Ludwigs-Orden, sowie ebenfalls Kammerherr auf dem Schloß Karlsberg. Im Zuge der französischen Revolution nennt er sich ab 1790 nur noch Monsieur de Marotte. 1793 ging er mit dem Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken ins Exil nach Bayern.


Original Unterschrift von Baron Johann Daniel Friedrich Ludwig Marotte de Montigny

Baron
Karl Philipp Fortunat Leopold
Marotte de Montigny
(1744-1806)
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ie nachfolgenden 3 Generationen lebten in Blieskastel und verstreuten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland, Brasilien und vorallem in der USA.

Die Zeit in Blieskastel bildet auch den Schwerpunkt der Amerika Auswanderer.
Die vier Söhne von Johann Karl Wilhelm Marotte (1815-1888):
Karl (Charles), Emil , Edwart , und Herman Marotte, wanderten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die USA aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand wanderte Emil Marotte am 11. Juni 1880 auf dem Schiff "P. Caland" aus. Am 5. Juni 1883 heiratete er in St. Louis, Missouri eine Margaretha Schneider. Sein Vater Johann Karl Wilhelm Marotte (1815-1888) und sein Bruder Hermann Marotte wanderten ebenfalls am 24.08.1882 auf dem Schiff "Rouen" in die USA aus, nachdem die Ehefrau und Mutter Katharina Beresheim 1877 in Blieskastel verstorben war und seine einzige Tochter Maria Barbara Marotte 1881 Karl Acuntius heiratete. Aus dieser Marotte Generation blieben nur die beiden Kinder Johann Christian Marotte und Maria Barbara Marotte (später Acuntius) in Deutschland zurück.
Karl (Charles) Marotte heiratete Rosina Schmitz wahrscheinlich noch in Deutschland und beide hatten mindestens einen Sohn.
Emil Marotte und Margaretha Schneider hatten mindestens drei Kinder.
Edwart Marotte heiratete eine Maggie Kraus in Trenton, New Jersey. Ob Sie Nachkommen hatten ist momentan noch nicht bekannt.
Herman Marotte war wohl nicht verheiratet.

Johann Karl Wilhelm Marotte starb 1888 in Trenton, New Jersey, USA.

Interessant ist, daß die "deutschen" Marotte (de Montigny) anscheinend immer noch in Kontakt zu Ihren "belgischen" Verwandten standen. Zumindest lässt folgender Zeitungsausschnitt aus der "Trenton Times, New Jersey" vom 25.05.1905 diesen Schluß zu:

Wer allerdings die Spilsbury's waren und warum die Marottes selbst nicht genannt wurden ist noch unbekannt.


...wird laufend erweitert...